Oma Tascforce – Ein Upcycling-Projekt für den Enkel
Es war an einem der Familiensonntage im Sommer, als mein Schwiegersohn meinte, er und meine Tochter hätten einen Wunsch, was ich nähen könnte. Sie hätten gerne, das die Omas eine Activity-Decke für ihren Enkel nähen. Das Besondere daran sollte sein, dass sie aus „alten“ Kleidungsstücken aus der Familie bestehen soll. Ich fand die Idee natürlich fantastisch. Also gründete er eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Oma Taskforce“. Oma F. und ich hatten nun also ganz offiziell den Auftrag, aktiv zu werden. Uns wurde freie Hand gelassen, mit ein paar Bedingungen: so abwechslungsreich wie möglich, mit etwas Knisterndem, etwas Hängendem, und sie musste fertig sein, bevor er durchs Wohnzimmer flitzt. Okay!
Chaos im Nähzimmer
Die nächste Zeit herrscht ziemliches Chaos im Nähzimmer. Die Kisten wurden nach passenden Stücken durchwühlt, sortiert, ausgelegt und wieder verworfen. Ich hatte nicht genügend Material, bis zum Glück Oma F. noch eine Ladung Tücher die sie, und ich vermute die Uroma, nicht mehr tragen. Wie prima, denn das wurden die neutralen, türkisfarbenen Stücke.

Zu klein
Hm, irgendwie war sie mir zu klein, aber ich hatte kein Material mehr. Also habe ich mir überlegt, einen Rand ringsum mit Nesselstoff zu machen. So richtig happy war ich damit aber nicht und ließ alles ein paar Tage liegen, was sich als gut herausstellte.
Oma F. brachte noch genau die Teile, die fehlten, um die Activity-Decke größer machen zu können. Manchmal muss man eben einfach nichts tun, damit es gut wird.

Gib alles, mein liebe Nähmaschine
Boah, ist das viel Stoff! Während des Projekts dachte ich immer wieder an die fleißigen Patchworkerinnen: Was für eine Geduld sie doch haben! Genau die habe ich beim Nähen nicht unbedingt und muss mich immer wieder darin üben.


Es war einmal
Ja und aus was besteht die Activity-Decke denn nun alles? Also, sie ist ein fast (bis auf den Bratschlauch) reines Upcycling-Stück, ein Einzelstück mit viel Herzblut drin.
Oberer Reihe: Ein Kinderhandtuch vom Schwiegersohn und seine gerne getragen „Eisbärmütze“, wer kennt die nicht.
Zweite Reihe: weiß gepunkteter Stoffrest mit einem Jeansherz aus einer alten Jeans der Tochter – ein hubbeliges Häkelstück und ein Tuch der Oma F. oder Uroma
Dritte Reihe: Stoffstücke von Oma F., was es mal war weiß ich nicht – eine Shorts vom Lieblingsmann und bunte Bänder die schon seit Urzeiten in meinem Fundus liegen – ein Stück Jeans von Tochter, aufgenäht auf meinem Dirndlstoff und eine Knisterblume aus 2 vorhanden Häkeln-Granny Squares.
Vierte Reihe: Wieder Tochter-Jeans – eine Krawatte vom Uropa – ein Reststück meiner Bluse mit einem mit Bratschlauch gefüllten Teddystoffpunkt. Woher der Teddystoff ursprünglich kommt, keine Ahnung.
Fünfte Reihe: Ein Stück Vlies aus einem alten Kleidungsstück – Tochters nicht mehr getragener Strickrock und Jogginghose.
Sechste Reihe: Restlicher Punktestoff aus den Taschen die ich für die große Nichte genäht habe – ein altes Sommerkleid von mir – der Hosenladen einer Jeans aufgenäht auf meinem gerne getragen Pullover.
Die türkisfarbene Stücke sind aus dem ausgedienten Tuch, was ich oben schon geschrieben habe.

Was meint der Enkel dazu?
Er hat sie wortwörtlich zum fressen gerne. Alles was er sich irgendwie in den Mund stecken kann, wird ausgiebig durchgekaut.
Dein Kommentar ist wie das Salz in der Suppe – ohne ihn fehlt was!
Er bringt Leben in den Blog – ich freu mich riesig darauf
…und ein Kreuzchen beim Bingo von Antetanni gibt es für das Chaos auch noch. Bei so viel Kreativität darf der Beitrag auch bei Ein kleiner Blog einziehen.
