Dann kommt eben Frida dazu
Habt ihr auch ein heimliches Dirndl-Herz? Man glaubt es vielleicht kaum, aber ich liebe Dirndl. Warum? Ich kann es gar nicht genau festlegen, vielleicht weil es so gut am Körper sitzt und man sich in der Korsage gut gestützt fühlt. Die Haltung wird automatisch aufrechter – es fühlt sich einfach saugut und hübsch am Körper an.
Schade, dass es für mich nur selten die Gelegenheit gibt, Dirndl zu tragen, umso toller fand ich unsere Idee, dass wir, die „Golden Voice of Gospel“, dieses Jahr beim „Schlagerboom in Kitzbühel“ Backstage Dirndl tragen könnten – also nicht auf der Bühne.
Eigentlich habe ich ja ein Dirndl, so ein nettes traditionelles in Hellblau und Rosa, aber ich fand, da muss was Neues, Untraditionelles her, passend für eine „Happy Best Ager“, und beschloss, mir einfach selbst eines zu nähen. Die Anleitungen von „La Bavarese“ sahen im Video nicht besonders schwer aus – wirklich? Vom Zeitaufwand schätzte ich 2 Tage – ha, ha, absolut unterschätzt.
Die Stoffsuche gestaltete sich auch nicht gerade einfach, denn von meinem favorisierten Stoff gab es leider nicht mehr genug – ich musste umdisponieren, und da kam mir die Idee mit dem Reststoff, den ich noch in meiner Stofftruhe hatte – der Frida-Kahlo-Gobelin sollte die Korsage werden.
Frida übernimmt die Korsage!
Und dann kam mir die Idee – der Frida-Kahlo-Gobelin, den ich noch in meiner Stofftruhe hatte! Frida Kahlo war selbst eine starke, unkonventionelle Frau, die ihren eigenen Stil lebte – passender konnte es für eine „Happy Best Ager“ nicht sein. Dieser Stoff musste die Korsage werden.
Es kann los gehen – Waschtag

Probestück wird zum Innenfutter
In der Anleitung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man ein Probestück der Korsage nähen soll – habe ich gemacht, hat gepasst und wurde somit einfach das Innenfutter für die Korsage des Dirndls. Ich habe sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Das Lineal ist unentbehrlich
Ich weiß nicht, ob ich jemals so exakt an einem Nähstück gearbeitet habe. Mir war aber klar: Stretchstoffe verzeihen auch mal einen Fauxpas, gewebte Stoffe aber eher nicht.

Ach du Schreck – jetzt ist es passiert
Die Korsage war fertig und ich konnte sie anprobieren – aber was ist das bitte, das Mittelteil des Rückens war irgendwie verzogen, ach du Schreck. Was tun? Ich musste das Rückenteil wieder heraustrennen und neu zuschneiden. Das Problem war, den dicken Gobelin im Bruch gut zuzuschneiden – tja, da war ich nicht exakt genug beim ersten Mal.

Falten über Falten
Ok, die Korsage passte inzwischen, dann konnte es mit dem Faltenrock weitergehen. Um die Falten zu legen, muss man rechnen – wie, das steht zum Glück auch in der Anleitung. Das nützt aber alles nichts, wenn man (also ich) die Falten dann falsch herum legt! Zum Glück habe ich es noch rechtzeitig gemerkt, der Schreckmoment war aber viel kleiner als bei der Korsage. Ein größerer ließ aber nicht lange auf sich warten.
Vielleicht vermutet der eine oder andere inzwischen schon, dass die zwei Tage Nähzeit, die ich angepeilt hatte, bereits vorbei waren.

Wie bl.. kam man sein
So, jetzt wird es leicht, dachte ich mir – bei der Dirndlbluse kann nichts passieren. Schnittmuster auflegen, zuschneiden und zusammennähen. Aber hier ist er, der nächste und größte „Ach du Schreck“. Ich habe das Vorderteil nicht im Bruch zugeschnitten – keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe – und hatte somit zwei Teile. Das wäre ja nicht wirklich sooo schlimm, aber ich hatte nicht mehr genügend Stoff, um es nochmals zuzuschneiden. Mist, was sollte ich jetzt machen? Die Rettung kam in Form meiner Schwägerin, als sie am Sonntag bei uns war. Sie ist Schneiderin und hatte die zündende Idee: Es wurde ein Mittelteil eingenäht, das dann wie Biesen aussieht. Für den Ausschnitt gab sie mir auch gleich Tipps und steckte mir die genaue Taillenhöhe der Korsage ab.


Es hat sich gelohnt
Aus zwei Tagen wurden sieben Tage, meine Geduld und Durchhaltevermögen wurde hart auf die Probe gestellt. Was habe ich geflucht und wollte am liebsten alles liegen lassen. Jetzt ist mir auch klar, warum gute Dirndl ein halbes Vermögen kosten. Umso happier bin ich mit dem Ergebnis, es ist WOW. Die Näherei wurde von „Ach du Schreck zu Wow“.


Und nicht nur den Punkt Dirndl nähen kann ich abhaken, sondern bei den vielen Schreckmomenten und dem tollen Ende auch das Feld „Von Ach du Schreck – zu Wow“ beim Bingo von Antetanni.
Habt ihr auch schon mal ein Nähprojekt, oder anderes Projekt unterschätzt? Erzählt mir davon!
Dein Kommentar ist wie das Salz in der Suppe – ohne ihn fehlt was!
Er bringt Leben in den Blog – ich freu mich riesig darauf
