Inzwischen ist es schon fast ein Ritual. Zum Geburtstag gibt es zusätzlich zum Geburtstagsgeschenk für die beiden Nichten immer noch ein Extra, und das ist Handmade. Das letzte Extra bekam die „große“ Nichte zum Geburtstag, die Blumentasche. Da darf das Extra für die „kleine“ Nichte natürlich nicht fehlen. Also, um das richtigzustellen: „klein“ heißt hier nicht klein von der Größe oder seeeeeehr jung, nein, sie ist inzwischen 24 Jahre jung – meine Güte, schon – aber eben die Jüngere der beiden Nichten. Ich hatte sie zuvor gefragt, ob sie einen Wunsch habe, und das war ein Oberteil mit enger Taille und Fledermausärmeln. Nun, das wurde es jetzt nicht wirklich, weil ich Bedenken hatte, ob die elastische Spitze, die ich dafür verwenden wollte, auch wirklich elastisch genug sein würde, dass sie das Shirt dann auch noch anziehen kann.
Eine neue Idee musste her
Zum Glück habe ich ja mehr Ideen als Zeit, sie umzusetzen, und so kam eine Idee, die schon eine Weile in meinem Kopf auf die Umsetzung wartete, zum Einsatz. Mal wieder ein Upcycling aus einem Herrenhemd sollte es werden.
Die Zeit ist knapp
Das Dirndl hat meinen Zeitplan total durcheinander gebracht und so hatte ich nur 3 Tage bis das Ergebnis fertig sein musste und in diesen 3 Tagen hatte ich ja nicht unbegrenzt Zeit zum nähen. Das passende Hemd musste im Second Hand Laden gefunden werden, da wurde ich zum Glück schnell fündig. Es musste vor und nach dem Nähen noch gewaschenen und gebügelt werden. Ja, die Zeit war knapp, aber ich dachte mir, ich bleib entspannt. Nachdem mein Zeitplan beim Dirndl hinten und vorne nicht hingehauen hatte, weil ich eben mein erstes war, bin ich beim Upcycling ja inzwischen ziemlich erfahren.
Schnipp schnapp, ein Stück geht ab
Zuerst musste das Hemd gekürzt werden, und mit einem Teil des abgeschnittenen Stücks wurde der neue Kragen gemacht. Dazu wurde das Stück zuerst der Länge nach zusammengenäht und später gerafft.


Nahttrenner und Schere sind unerlässlich
Weiter ging es mit dem Abschneiden der Ärmel, denn aus dem Manschettenteil wurden die abknöpfbaren Taschen kreiert. Die Manschetten-Taschen wurden mit Knopflöchern versehen und der Schlitz von Hand mit einer unsichtbaren Naht zugenäht. Ich dachte mir, so kann sie, sollte sie keine Lust auf Taschen haben, diese einfach abknöpfen oder auch nur eine Tasche dranlassen.

Dann ging es mit dem Nahttrenner an den Kragen. Stück für Stück wurde die Naht gelöst, und da ist es dann passiert – ich schnitt in den Kragen und hatte einen Schlitz, wo keiner sein sollte. Oh nein, auch das noch – ich blieb trotzdem entspannt! Es hilft ja nichts, wenn ich mich jetzt aufrege und dadurch womöglich noch mehr Patzer passieren würden. Da musste ich mir später etwas einfallen lassen, aber zuerst wurde der neue Kragen angenäht.
Hm, die Ärmel
Irgendwie war ich von den gekürzten Ärmeln nicht so richtig überzeugt, und so beschloss ich, einfach eine Lasche an die Ärmel zu nähen, mit der die Ärmel hochgenommen werden können. Jetzt war die Bluse perfekt, sie wurde noch rechtzeitig fertig. Nun konnte sie nochmal gewaschen, gebügelt und für das Geburtstagskind verpackt werden.


Und das Loch am Kragen?
Tja, das wurde mit einer Stickerei unsichtbar gemacht. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: ein weiteres Detail, und der Schlitz ist verschwunden – man muss nur kreativ sein.

Wie kam das Upcycling-Hemd an?
Ein wenig hatte ich die Befürchtung, dass sie enttäuscht sein würde, nicht das Fledermaus-Shirt zu bekommen, aber meine Furcht war unbegründet. Sie freute sich sehr über ihr Einzelstück zum Geburtstag, und es steht ihr dazu auch noch ganz toll.
Verlinkt wird der Beitrag nun noch beim Bingo von Antetanni, weil ich trotz Zeitdruck und unerwartetem Patzer, entspannt geblieben bin .
Dein Kommentar ist wie das Salz in der Suppe – ohne ihn fehlt was!
Er bringt Leben in den Blog – ich freu mich riesig darauf

Wohoooo, was für ein großartiges Werk. Ich habe auch schon Hemden upgecyclet (wie schreibt man das denn jetzt…), aber deine Kreation ist supertoll geworden. 🤩
Liebe Grüße
Anita
Liebe Anita,
ich habe mir extra viel Mühe gegeben und sie hat sich wirklich gelohnt. Mir gefällt das Werk auch sehr gut.
Liebe Grüße
Antonette